Freitag, 23. September 2011

(Schräge?) Frisuren

Mit der Zeichenfeder lassen sich wunderbar zart an- und abschwellende Linien durch Veränderung des Drucks beim Zeichnen erzeugen. Frisuren mit Wellen und Locken sind wie geschaffen dazu diese Möglichkeiten auszuloten. Setzt die Linie zudem in Bereichen großer Helligkeit ab und löst sich in kurzen Strichen und schließlich Punkten auf, dann lassen sich allein durch einfache grafische Elemente plastische Wirkungen
erzielen.

Die Beispiele sind im 7. Jg. entstanden. Insgesamt fertigte jeder Schüler 8 Zeichnungen an, für die jeweils eine Unterrichtsstunde zur Verfügung stand. Achten Sie darauf, dass die Schüler die Arbeiten durchnummerieren. So
können sie im nachhinein den Zugewinn an Leichtigkeit und Detailgenauigkeit reflektieren. Die anfangs als zu knapp bemessen empfundene Zeit reicht völlig aus, ist sogar der Garant für einen zügigen und schwungvollen Gestus. Halten Sie die Schüler dazu an die Linien in unterschiedlichem Tempo zu zeichnen und sich quasi beim Zeichnen "in die Kurve zu lehnen". Dadurch bekommen die Arbeiten einen fast schon musikalischen Schwung! Und außerdem variiertdie Strichstärke durch die Zügigkeit der Bewegung entsprechend der Wellung der Haare.

Lisa Kwoczek



Lisa Kwoczek

Friederike Helling

>>> mehr Beispiele

Mittwoch, 21. September 2011

Klappschnitt "Maske"

Der Tonpapierschnitt eignet sich sowohl als eigenständige Aufgabe wie auch als Vorübung für den Linolschnitt. Das Umklappen von Teilflächen und -linien gewöhnt an die seitenverkehrte Arbeit mit druckgrafischen Techniken. Zudem bereitet die Reduktion des Entwurfs auf Schwarz und Weiß auf die spezifischen Gestaltungsmittel vor.

In Skizzen gehen dem Schnitt Studien zu den unterschiedlichen Gefühlen und Stimmungen voraus, die sich in der menschlichen Mimik erkennen lassen (Wut, Trauer, Angst, Freude, usw.). Die Zeichnungen sollen Tendenzlinien nutzen und auf physiognomische Details weitgehend verzichten. Smilies eignen sich sehr gut als Einstieg!

Ann-Kathrin bei der Arbeit

Benötigt wird ein Bogen Papier als Untergrund und ein halb so breiter, aber gleich hoher Bogen schwarzes Tonpapier (möglichst dünnes!). Die ausgeschnittenen Formen werden an einer Symmetrieachse umgeklappt wie die Seiten eines Buches.

Meike Neef
Vorgezeichnet wird immer nur der nächste Schnitt! Nach dem Umklappen erfolgt erst der nächste und so fort. Manche Formen haben unmittelbaren Kontakt zur Mittelachse, andere nicht. Sie müssen dann nach Gefühl richtig platziert werden. Aber bitte nicht mit dem Lineal messen lassen! Ein Gefühl für Proportionen sollte schließlich auch irgendwann trainiert werden...

Hinweise:
  • Format der Grundfläche: DIN A 3
  • Format des Tonpapiers: die Hälfte (in der Höhe oder Breite, je nach Motiv)
  • Schere und Cutter verwenden

Alternativen:

Natürlich lassen sich auch andere Motive verwenden. Sie sollten allerdings eine Symmetrieachse aufweisen!









"Der arme Poet" - Eine Geschichte in Bildern

Spitzwegs Gemälde lässt sich auch mit jüngeren Schülern sehr gut betrachten. Das Bild enthält viele Hinweise auf die Lebensumstände und die konkrete Situation des Dichters, die in der Folge wichtige Impulse für die eigene Bildergeschichte geben können.

Der arme Poet, 1837


Hinweise:
  • Format DIN A 3
  • Technik: Federzeichnung über Bleistiftskizzen
  • 8-12 Panels
  • Das Gemälde muss an beliebiger Position enthalten sein (Kleidung und Interieur können maßvoll der Geschichte angepasst werden)

Schülerarbeiten:




Chamäleon-Prinzip: Tarnung / Camouflage

Die Form eines Tieres (Objektes) wird durch farbige Verschmelzung mit einem (vorgegebenen) Hintergrund getarnt und ist nur schwer erkennbar.


Getarnte Flunder


Diese Aufgabe funktioniert auch mit abstrakten Motiven und extremen Bildausschnitten, die dann so fortgeführt werden, dass man den Schnipsel nicht mehr ausmachen kann!

"Tarnung dient dazu, das Erscheinungsbild eines Individuums oder einer Sache so zu verändern, dass sie nicht mehr oder nur noch mit Mühe zu erkennen sind. [...] Eine frühe Form findet man bei den nordamerikanischen Prärie-Indianern: deren Späher hüllten sich bei der Büffeljagd in Bisonfelle, um sich so unbemerkt an die Herden anschleichen zu können. [...]  Beim Militär wird oft auch der französische Begriff Camouflage benutzt. Je nach vorherrschender Umgebungsfarbe sind z. B. die Kampfanzüge der Soldaten weiß (im Winter) oder in Erd- und Olivtönen gefleckt eingefärbt und somit für den Gegner schlechter wahrnehmbar. In nächtlichen Kampfeinsätzen werden aus dem gleichen Grund die Gesichter geschwärzt. Größere Objekte wie Panzer oder Stellungsgräben werden gegen eine mögliche Entdeckung aus der Luft mit Netzen und Blattwerk abgedeckt." (wikipedia)

Hinweise:

  • Tarnung durch Farbe, Struktur, Form
  • Mögliche Alternativen (Militär, Jäger, Unterwasserwelt, Architektur...)